[ Airsoft-Sport ]

Inhalt:
1. Was ist Airsoft?
2. Worum geht es?
3. Was ist eine „Airsoft Gun“?
3.1 Federdruck
3.2 Airsoftgas
3.3 CO2
3.4 Elektroantrieb
3.5 Unter 0,5 Joule
3.6 0,5 – 7,5 Joule
4. Welche ist die beste ASG?
5. Ist der Sport teuer?
6. Was braucht man dafür?
7. Unterschied zwischen Softair und Airsoft
8. Airsoft und Medien


Was ist Airsoft überhaupt?
Airsoft kann man als moderne Variante des "Räuber und Gendarm"-Spiel verstehen, dass sicher jeder noch aus seiner Kindheit kennt. Den Ursprung hat Airsoft aber an einem ganz bestimmten Ort. Nach der Kapitulation Japans im zweiten Weltkrieg wurde den Japanern per Gesetz der private Waffenbesitz verboten. Da sich jedoch viele Japaner für Waffen interessieren, fanden sie einen legalen Weg, dieses Verbot zu umgehen. Das daraus mal der Grundstein für einen Sport gelegt werden würde, der weltweit hunderttausende Spieler begeistert, konnte man nicht wissen.

Innerhalb Europas ist Airsoft in fast allen Ländern als Freizeitbeschäftigung bekannt, in Italien wird Airsoft sogar als Sportart anerkannt. Einzig und allein in den Niederlande ist Airsoft so gut wie gänzlich verboten und auch in Deutschland haben wir Probleme bei der Ausübung dieses Hobbys. Zu schnell wird man von Gegnern des Sports als paramilitärische Wehrsportgruppe beschimpft. Trotzdem ist es für uns wichtig, Verständnis für diese Haltung aufbringen. Es ist verständlich, dass viele Menschen schlicht und ergreifend Angst vor Waffen oder waffenähnlichen Gegenstände haben. Leider sorgen Leute, die mit ihren „Spielzeugen“ durch das Einkaufszentrum stapfen, nachts auf den Straßen von Berlin um sich schießen oder Jugendliche, die den Begriff „privat und umfriedet“ nicht richtig deuten können, immer wieder für negative Schlagzeilen und schaden dem Ruf der täglich größer werdenden Airsoft-Gemeinschaft in Deutschland.

Mittlerweile ist der Verkauf von Airsoft-Artikeln auch in Deutschland ein wachsender Markt und viele ernstzunehmende Händler erweitern kontinuierlich ihr Angebot. Airsoft ist schon lange kein "Kinderkram" mehr.
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(Für Airsoft preparierte Halle)

Worum geht es dabei?
Im Prinzip funktioniert Airsoft wie Paintball: Man versucht, sein vorher gesetztes Ziel zu erreichen. Kommt es auf dem Weg zur Erfüllung des Zieles zum Kontakt mit dem Gegner, wird versucht, diesen gezielt zu treffen und somit aus dem Spiel zu nehmen.

Unterschiede finden sich hier im Detail: Während man sich beim Paintball in der Regel funktionaler Gasdruckmarkierer, Farbkugeln und häufig bunter Bekleidung bedient, finden beim Airsoft realistisch gestaltete Airsoftguns, Kleidung mit Tarnmuster und Kunststoffkugeln Verwendung. Letztere sind im Gegensatz zu Paintballkugeln nicht in der Lage, den Getroffenen für Jedermann sichtbar zu markieren. Es liegt also am Spieler selbst, ob er den Treffer zugibt oder nicht. Nicht nur aus diesem Grund ist beim Airsoft sehr viel mehr Selbstverantwortung notwendig: Die Einhaltung von Mindestabständen und der rücksichtsvolle Umgang mit dem Gegner sind sehr wichtig. Nur so kann garantiert werden, dass jeder Teilnehmer Spaß am Spiel hat.

Das Spielziel kann beim Airsoft sehr unterschiedlich ausfallen. Mal gilt es, eine Person unbeschadet durch ein vom Gegner kontrolliertes Gebiet zu eskortieren, mal müssen geheime Dokumente beschafft werden, möglichst ohne dabei entdeckt zu werden. Die Möglichkeiten, das Spiel zu gestalten sind extrem vielfältig. Mittlerweile werden auch in Deutschland regelmäßig große Spiele veranstaltet, die mehrere Tage dauern können und dem Spieler eine gute Vorbereitung, Ausdauer und nicht zuletzt gute Nerven abverlangen.

Beim Airsoft wird häufig auf verlassenen, privaten Grundstücken gespielt. Dabei handelt es sich entweder um abgesperrte Waldabschnitte oder verlassene, gesicherte Anlagen. Im Vergleich zum Paintball sind diese Felder häufig wesentlich größer, sodass sie im wahrsten Sinne des Wortes mehr "Spielraum" bieten.
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Was ist eine Airsoft-Gun? (kurz: ASG)
Eine ASG ist das Haupt-“Werkzeug“ eines jeden Spielers. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen. Den meisten Leuten fallen dazu häufig die kleinen Pistolen ein, die man in Urlaubsländern kaufen kann. Diese kann man allerdings nicht mit moderne ASGs vergleichen, die deutlich besser Verarbeitet sind, eine sehr viel größere Leistung haben und somit mehr Spielwert bieten.
Eine ASG kann manuell, mit Hilfe von Gas oder per Elektroantrieb betrieben werden. Es werden folgende Klassen unterschieden:
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1. Federdruck
Dabei wird eine Feder per Handkraft gespannt, ein Druck auf den Abzug löst den Schuss aus. Hier wird weder Akku noch Gas benötigt, aus dem Grunde kann man die „Spring-Guns“ als günstige Alternative betrachten. Aufgrund der wenigen beweglichen Teile gelten sie zudem als besonders zuverlässig, die Wartung ist relativ einfach.
Der Spannvorgang ist im Gegensatz zu AEGs oder gasbetriebenen Varianten ein großer Nachteil. Zum Einen kostet der Spannvorgang Zeit, zum Anderen erfordert er bei zunehmender Federstärke viel Kraft.

Federdruck findet häufig im Bereich der unter 0,5 Joule ASGs für den Massenmarkt Verwendung. Das Prinzip wird allerdings ebenfalls für teure Einzelschussrepetiergewehre, also "Scharfschützengewehre" verwendet. Gelegentlich finden sich auch Nachbauten von Schrotflinten auf dem Markt.
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2. Airsoftgas
Hier ist die Stärke des verwendeten Gases in signifikanter Weise verantwortlich für die Abgangsgeschwindigkeit der Airsoft-Munition. Man unterscheidet bei Airsoft-Gas betriebenen ASGs zwei Funktionsweisen: Gas Blow Back (GBB) und Non Blow Back (NBB).
Bei einer Gas Blow Back sorgt der Gasdruck dafür, dass der Verschluss wie bei einer echten Waffe repetiert. Diese realistische Funktion lässt vor allem die Herzen der Sammler höher schlagen. Bei einer Non Blow Back bleibt das Repetieren des Verschlusses aus. Das expandierende Gas dient hier nur als Antrieb für die Airsoft-Munition. In der Regel ist eine Non Blow Back stärker und erzielt bessere Schussergebnisse.

Klassisches Beispiel für GBBs und NBBs sind Pistolen für den Nahbereich. In letzter Zeit finden sich allerdings auch immer mehr GBBs im Stile von Sturmgewehren in den Regalen der Händler. Der Nachteil des Gases ist seine extreme Temperaturempfindlichkeit, das Außentemperaturen nur bis etwa +10°C mitmacht.
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3. CO2-betrieben
Keine ASG-Klasse ist so umstritten wie die der CO2-betriebenen und keine erfordert so viel Verantwortungsbewusstsein. CO2-ASGs sind in der Regel äußerst stark. Man erkennt sie oft am überstehenden, extrem langen Magazin, in dem die CO2-Kartusche untergebracht ist. Auf Grund der enorm hohen Mündungsenergie sind solche ASGs im Nahbereich (also bis 10m) in der Regel ungeeignet und meist von Veranstaltern auch explizit als unerwünscht gelistet.

CO2 betriebene ASGs gab es bis vor Kurzem nur im Bereich der Pistolen, mittlerweile sind aber auch Nachbauten von Gewehren erhältlich, die mit speziellen Magazinen auch per CO2 betrieben werden können. Obwohl CO2 als wesentlich temperaturunempfindlicher gilt, geht der Trend zum Airsoftgas, wahrscheinlich weil die Handhabung der Kartuschen häufig kompliziert ist.
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4. Elektroantrieb (AEG, S-AEG & AEP)
Ein Akku liefert die notwendige Energie für einen Elektromotor. Die Drehbewegung wird über eine Zahnradübersetzung in eine lineare Bewegung übersetzt, durch die dann eine Art Luftpumpe angetrieben wird, um damit die Kugel anzutreiben. ASGs mit einer Geschossenergie von unter 0,5 Joule sind meistens mit einem vollautomatischen Schussmodus ausgestattet. ASGs mit einer Geschossenergie von über 0,5 Joule sind in Deutschland auf Grund der Gesetzeslage nur als S-AEGs (also semiautomatisch) erhältlich und benötigen zudem ein spezielle Kennzeichnung ("F" im Fünfeck, weitere Erklärung siehe unten). Als AEP bezeichnet man elektrisch betriebene ASGs in der Größe einer Pistole. AEPs sind ebenso aufgebaut wie AEGs/S-AEGs, nur ist der gesamte Antriebsmechanismus stark verkleinert.

AEGs sind die am meisten verbreitete Klasse im Airsoft-Bereich und werden von nahezu jedem Spieler als Primär-ASG benutzt, da sie einfach zu handhaben sind. AEPs sind weniger stark verbreitet, häufig werden sie als Ergänzung und als „Notfalllösung“ zusätzlich zur S-AEG mitgeführt. Vorteil beider Ausführungen ist die hohe Zuverlässigkeit bei jeder Temperatur. Auch wenn die Akku-Leistung bei sinkenden Temperaturen abnimmt, funktionieren sie doch eine ganze Weile länger als durch Gas betriebene ASGs.
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Man unterscheidet ASGs zusätzlich noch nach Mündungsenergie:
Unter 0,5 Joule
ASGs mit einer Geschossenergie von unter 0,5 Joule sind rechtlich gesehen Spielzeuge und bis auf einige Punkte vom Waffengesetz ausgenommen. Das Führen dieser ASGs in der Öffentlichkeit wird neuerdings aber auf Grund der aktuellsten Änderung des Waffengesetzes mit empfindlichen Geldstrafen bis zu 10.000€ geahndet! Eine ASG sollte deshalb lediglich auf umfriedetem Privatbesitz verwendet werden, der Transport dorthin muss in einem verschlossenen Behältnis erfolgen (kein direkter Zugriff möglich).

Der Erwerb einer ASG mit weniger als 0,5 Joule ist bereits ab 14 Jahren möglich. Das Montieren von taktischen Anbauteilen wie Taclights, Laserpointern oder Nachtsichtoptiken ist allerdings in Bezug auf das Waffengesetz nicht erlaubt. Das Waffengesetz spricht in diesem Zusammenhang von waffenähnlichen Gegenständen, an denen die Montage spezifischer taktischer Gegenstände verboten ist.
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0,5 - 7,5 Joule
ASGs mit einer Geschossenergie von über 0,5 Joule gelten hingegen als freie Waffen im Sinne des Waffengesetzes und sind erst nach Vollendung des 18 Lebensjahres legal erhältlich. Das Führen in der Öffentlichkeit, dazu zählen auch Spiele im Stadtwald oder generell Spiele ohne Erlaubnis des Geländebesitzers, ist strafbar! Der Transport solcher ASGs muss in eine verschlossenen Behältnis erfolgen. (Kein direkter Zugriff möglich) Solche ASGs müssen in der Bundesrepublik IMMER auf Semi-Automatik umgerüstet und mit einem Prüfstempel (F im Fünfeck) der Physikalisch Technischen Bundesanstalt versehen werden. Dazu ermächtigt ist nur Fachpersonal mit einer entsprechenden Sachkunde. Der private Import von ASGs mit über 0,5 Joule ist illegal, da diese NICHT geprüft sind und somit auch das "F" fehlt! Von Bestellungen im Ausland sollte man die Finger lassen! Aufgrund unserer strikten Gesetze kann ein Versuch im Gefängnis enden.
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Die Eigenschaften der ASGs unterscheiden sich stark, welche ist die Beste?
Die Frage nach der besten ASG wird oft gestellt. Die Antwort ist einfach: Die beste ASG gibt es genauso wenig wie das beste Auto. Sicher, auf der Rennstrecke ist ein Ferrari sicher nicht schlecht, für das Gelände aber komplett ungeeignet. Die Frage ist, was ich mit meiner ASG machen möchte. Während auf offenem Feld die Reichweite und damit indirekt die Leistung eine sehr große Rolle spielen, sind diese Eigenschaften bei Spielen mit sehr kleinen Distanzen weniger wichtig oder sogar unerwünscht. Eine zu hohe Leistung führt hier zu einem unnötig hohen Risiko für alle Spieler. Um sich einen Kurzdistanzvorteil zu verschaffen, bedienen sich deswegen gerade Spieler aus Deutschland gerne der 0,5 Joule ASGs, da diese zwar geringere Reichweite aber dafür eine hohe Schussfolge besitzen. Der Gegner wird es euch ebenfalls danken.
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Ist der Sport teuer?
Die Frage des Preise ist natürlich immer ein Thema. Grundsätzlich ist Airsoft durchaus auch für den schmalen Geldbeutel geeignet. Die zentrale Frage, die man sich wieder stellen muss, ist, wie und was man genau spielen möchte. Um an einer großen, mehrtägigen Veranstaltung mit Dutzenden unterschiedlichen Missionszielen und Übernachtung teilzunehmen, verlangt eben nach einer anderen Art der Ausrüstung, als gelegentlich ein Geplänkel mit Freunden zu spielen.
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Was braucht man dazu alles?
Hier muss man unterscheiden zwischen Dingen, die man ZWINGEND braucht und Dingen, die man sich zusätzlich zulegen KANN, um sich das Spielen angenehmer zu gestalten. Zur Grundausrüstung gehört im Grund vorrangig festes Schuhwerk (es müssen keine Militärstiefel sein, stabile Wanderschuhe reichen auch), eine ASG sowie eine GUTE Schutzbrille. An letzterem sollte auf keinen Fall gespart werden, neue Augen kann man sich nämlich zur Zeit noch nicht kaufen. Hier also lieber mal 30€ mehr ausgegeben als ein Leben lang blind. Wenn man auf Nummer sicher gehen will, legt man sich nur eine Brille zu, die nach nationalen oder internationalen Standards als Splitterfest geprüft wurden.

ASGs gibt es mittlerweile auch in Deutschland ohne Ende, sodass die Wahl oft schwer fällt. Zum Einstieg reichen oft S-AEGs im Bereich bis ca. 150€. Empfehlenswert ist hier auf alle Fälle, möglichst auf ASGs über 0.5 Joule zu setzen (vorausgesetzt ihr seid bereits volljährig), ansonsten lauft ihr Gefahr, beim Spiel schnell keinen Spaß mehr zu haben. Die nächste Stufe wäre die Anschaffung zweckmäßiger Ausrüstung. Dazu gehört z.B. eine komplette Montur in Tarnmuster (z.B. Uniform ohne Rang- oder Tätigkeitsabzeichen, Gesetze beachten!) mit Kopfbedeckung, festes Schuhwerk, eine Tragevorrichtung für Munition und Verpflegung wie z.B. ein Koppeltragegestell, Zusatzgegenstände wie Handschuhe und einen Tragegurt für die ASG. Dieses Level kostet je nach Auswahl der Komponenten etwa 200-500€.

Ab der nächsten Ebene wird Wert auf Material höherer Qualität gelegt, die Ausrüstung umfasst Teile, die für längere Spiele notwendig sind. Allein die ASG kostet hier inklusive benötigter Anbauteile nicht selten über 500€. Viele Spieler legen sich Funkgeräte zu, hochwertige Westen, Rucksäcke etc. Die hohen Kosten ergeben hier einen hohen Nutzen, da diese Spieler in der Regel regelmäßig an Spielen teilnehmen und somit Wert auf gute Qualität ihrer Ausrüstung legen. So kommt es nicht selten vor, das ambitionierte Spieler mehr als 1000€ mit sich herumtragen.
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Was ist der Unterschied zwischen Softair und Airsoft?
International existiert nur der Begriff „Airsoft“. Das Wort „Softair“ ist eine rein deutsche Erfindung, wobei keiner mehr weiß, wie es entstanden ist. In der professionellen Szene ist dieser Begriff aber verpönt, da er häufig von deutschen Anbietern minderwertiger Waren benutzt wird.
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Wieso wird Airsoft in den Medien nur im negativen Sinne erwähnt?
Seit Jahren beobachten wir die Berichterstattung bezüglich des Airsoft-Sports in den Medien und haben festgestellt, dass die zuletzt gezeigten Reportagen in den Medien stellenweise lückenhaft und einseitig recherchiert sind. Die Reportagen suggerieren einen komplett illegalen Charakter dieses Sports. Die Presse nimmt sich dabei ganz gezielt die schwarzen Schafe der Gemeinschaft zur Brust und erweckt im Zuschauer den Eindruck, dass die meisten Besitzer von ASGs jugendliche Hitzköpfe oder gar gewaltbereite Militaristen sind. Dummerweise nähren unbedachte Aktionen gedankenloser Jugendlicher die von Vorurteilen durchsetzte Berichterstattung.

Kaum ein Sender ist wirklich an einer objektiven Recherche des Airsoft-Sports im legalen Bereich interessiert. Das auch in Deutschland jedes Jahr mehrere Dutzend groß angelegter Spiele legal stattfinden, die von professionellen Veranstaltern geplant und betreut werden, wird da gerne einmal außen vor gelassen. Genauso wie der Umstand, dass der Airsoft-Sport mit seinem wachsenden Marktanteil in Deutschland die Grundlage für tausende Arbeitsplätze bildet. Und uns der Sport einige, sehr vernachlässigte Tugenden lehrt: Fairness, Einsatz, Loyalität, Ehrlichkeit. Tugenden, die für viele schon keine mehr zu sein scheinen.
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(Beispiele internationaler Airsoft-Zeitschriften)